Newsletter Special Grosz
Happy Birthday, George Grosz – 133 Jahre voller scharfer Satire und lebendiger Kunst!
Feierstimmung, ein Glas Wein und ein Tänzchen anlässlich des Ehrentages eines der schillerndsten Köpfe der deutschen Kunst- und Satire-Szene des 20. Jahrhunderts: geboren am 26. Juli 1893 in Berlin, hat Grosz mit seinem unerschütterlichen Blick auf Gesellschaft, Politik und Alltagsabsurditäten Warnsignale gesetzt, die bis heute wirken.
George Grosz
TANZENDE
Rohrfeder und Feder. 1926.
Tanz auf dem Vulkan
Das Thema TANZ im Werk von George Grosz ist eng mit dem Lebensgefühl der Weimarer Republik, dem verbunden. Auch liebte Grosz als "Dandy" Modetänze wie den Shimmy. In seiner Kunst jedoch diente der Tanz selten der reinen Ästhetik: Er nutzte ihn als politisch-satirisches Motiv, um das entfremdete, mechanisierte und exzessive Leben der Großstadt zu kritisieren.
GROTESKER TANZ
Photolithographie. 1915.
GROTESKER TANZ
Sepia und Feder. 1913.
LADY HAMILTON
Tuschpinsel, Rohrfeder und Feder. 1922.
Tanz als Metapher für das Exzessive: In Werken der 1920er Jahre zeigt Grosz den Tanz oft als fieberhaften Rausch. Die Szenerien in Bars und Varietés spiegeln eine dekadente Gesellschaft wider, die die Schrecken des Ersten Weltkriegs und politische Krisen durch oberflächliche Vergnügungen zu betäuben versuchte. Ebenso sind Caféhäuser und Alkoholkonsum zentrale Motive des großstädtischen Lebens. Sie dienen in Grosz' Werken nicht der Romantik, sondern als sozialkritische Spiegel der Weimarer Republik, in der die Vergnügungsstätten für die Menschen oft Orte der Flucht, der Isolation und des exzessiven Rausches waren.
SCHÖNHEITSABEND IN DER MOTZSTRASSE
Federzeichnung. 1918.
KAFFEEHAUSSZENE,
AN EVA, MEINE FREUNDIN
Rohrfeder. 1918.